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Beobachtungsbericht   29./30. + 30./31.08.2005

    Beobachter: PS
    Ort: KABR
    Datum/Zeit: 29./30.08.2005, 21.30 - 1.30 MESZ
    30./31.08.2005, 21.30 - 2.15 MESZ
    Kollegen: -
    Sonne: Untergang: 20:15 MESZ
    Ende der Nautische Dämmerung: 21:29
    Ende der Astronomischen Dämmerung: 22:14
    Mond: Aufgang: 1.Nacht: 01:23 / 2.Nacht: 02:30
    Phase: abnehmend, 19-13 % beleuchtet
    Wetter: Photometrisch !!! - KEINE Wolke am Himmel zu sehen,
    grossräumig wolkenlos, am Boden etwas Feuchtigkeit,
    aber am Teleskop kein Taubeschlag
    Ende der Beob jeweils wegen Mondaufgang
    Temperatur ca 10-15 Grad, angenehm, windstill in der 1. Nacht,
    leichter Wind in der 2. Nacht
    Grenzgrösse: in UMi (NW) >6.0mag bestimmt, im Süden schätzungsweise: 6.3mag,
    Teleskop: Newton D=200mm, f/4.5, f=900mm (TS-Orion), Selbstbau Montierung
    Feldstecher (FS) Fujinon 10x50, Fotostativ
    Filter: 2" Astronomik OIII, Hβ
    Okulare:
    Nagler 31mm 20mm 13mm 9mm 2xBarlow
    AP 6.9mm 4.4mm 2.9mm 2.0mm 1.1mm
    V 30x 45x 70x 100x 180x
    Feld 2.8° 1.8° 1.2° 50' 25'
    Maglimit 13.5m 14.0m 14.4m 14.6m 14.9m
    Objekte:
    Planetarische Nebel (PN):
          Helix, NGC 246
    Diffuse Emmisionsnebel (Neb):
          Nordamerika, Cirrus, Pelican, California, my-Cep-Nebel, M20/M8 (Sag), M17, M16, Crescent, NGC 281
    Dunkelwolken (DW):
          Barnard's Dunkelwolke B142/143
    Galaxien (Gx):
          M31+KH G1+NGC 147/185, NGC 7331 + Stephans Quintett, NGC 891, NGC 253 Sculptor
    Kugelsternhaufen (GC):
          NGC 6522/6526, M22, M13, G1/Mayall-II = G1 = 000-001 in M31
    Offene Sternhaufen (OC):
          M11
    Planeten:
          Mars
    Sonstiges:
          Milchstrasse, Schildwolke, M24


    Alle Daten + Zeiten (in MESZ) aus Guide 8.0.
    Bilder der Objekte (soweit nicht anders vermerkt): © STScI Digitized Sky Survey.

Übersicht

    1. Nacht:
    (1) NGC 6522/6526 (GC) in Baade's Window (Sgr)
    (2) M22 (GC, Sgr)
    (3) M8-Lagune/M20-Trifid Nebel (Neb, Sgr)
    (4) Separierte Milchstrassenwolke M24 (Ser/Sgr)
    (5) Schwanen-/Omega-Nebel M17 (Ser/Sgr)
    (6) Schildwolke und M11 (Sct, Aql)
    (7) Dreiteilige Barndard'sche Dunkelwolke B142/143 (DW, Aql)
    (8) Nordamerika-/Pelikan-Nebel (Neb, NGC 7000/IC5010) und Dunkelwolken (Cyg)
    (9) Cirrus-Komplex NGC 6960, 6992/6995=W und 'Pickerings Triangular Wisp' (SNR, Cyg)
    (10) Crescent Nebel - NGC 6888 (Neb, Cyg)
    (11) California - NGC 1499 (Neb, Per)
    (12) Helix Nebel NGC 7293 (PN, Aqr)
    (13) My Cep Nebel - IC 1396 (Cep)
    (14) NGC 281 PacMan-Nebel (Emissionsnebel, Cas)

    2. Nacht:
    (15) Milchstrassen-Schwenk im Feldstecher
    (16) M31 und Kugelhaufen G1/Mayall II (???) + Begleiter NGC 147/185 (And)
    (17) M16 Adlernebel (Ser/Sgr)
    (18) California - NGC 1499 (Neb, Per)
    (19) Dunkelwolken im nördlichen Cyg
    (20) Stephan's Quintett NGC 7317 et al = Hickson 92 (Gx-Gruppe, Peg)
    (21) NGC 891 - (Gx, And)
    (22) NGC 246 (PN, Cet)
    (23) NGC 253 - Sculptor Galaxie (Gx, Scl)
    (24) Mars

Einführung

    Wegen des hervorragenden Frühherbst-Wetters ging es am Mo/Di 29./30.8. abend zum ersten Mal seit langem wiedermal auf den KABR. Die Bedingungen waren so gut, dass ich noch eine zweite Nacht am Di/Mi 30./31.8. oben verbrachte.

    Die Nutzbarkeit der 1. Nacht war etwas eingeschränkt: (1) erst 45min nach Ablauf der astronomischen (!) Dämmerung war es wirklich ideal dunkel geworden, (2) durch den um 1:23 aufgehenden Mond. Tatsächlich war schon um 0:30 der Himmel deutlich aufgehellt und damit verschlechtert durch den Mond. Der bis dahin hervorragende Kontrast zum dunklen Himmel, insbesondere bei der Galaxien-Beobachtung war somit dahin. Auch mit Nebelfiltern war an Emissionsnebeln dann das wirklich beste vorbei. Es standen also nur gute 2h zur Verfügung.

    Die 2. Nacht war von den Bedingungen her marginal schlechter (Wind, variable Himmelshelligkeit), aber dafür schon deutlich länger (Mondaufgang +1h). Der Mond störte nicht so sehr wie in der 1. Nacht.

    Schon um 21:30 konnte man noch in der Dämmerung die Milchstrasse ausmachen (z.B. Teilung im Cyg). Die Sichtbarkeit wurde bis 23 Uhr aber immer noch besser. Ich habe selten soviele Details in der Milchstrasse gesehen und beobachtet wie an diesem Abend (spezifische Objekte siehe unten). Beeindruckend auch, dass die Milchstrasse bis tief in den Süden sichtbar war, mit Strukturen. Im Teleskop waren selbst Objekte die nur 10 Grad über dem Südhorizont standen hervorragend sichtbar. Dunkelwolken + Nebel hatten tollen Kontrast zur hellen Milchstrasse.

    Grenzgrösse habe ich - weil ich mit den Objekten mehr als beschäftigt war - nicht im Detail bestimmt (keine Zeit bei dem tollen Bedingungen). Ein 6.0mag Stern in UMi war sichtbar, dies allerdings im NW, der etwas lichtverschmutzt ist. Im Süden war der Himmelshintergrund deutlich besser, die Grenzgrösse schätzungsweise 6.3mag. Ausserdem in beiden Nächten sehr gute Transparenz und zwar bis zum Südhorizont hinunter !!!


Beobachtungen - 1. Nacht

    (1) NGC 6522/6526 (GC) in Baade's Window (Sgr)

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    Da der Schütze schon den Meridian passiert hatte, beobachtete ich zunächst Details in der Nähe des Milchstrassen-Zentrums. Erstes Objekt waren die 2 Kugelhaufen NGC 6522/6526 (8.3/9.6 mag) im sogenannten 'Baade's Window'. Diese stehen leicht zu finden nur 1/2Grad westlich von γ2 Sgr, der Ausgiesser-Spitze der Sagittarius-Teekanne. Baade's Window ist bekannt, weil man dort durch die interstellare Absorption besonders tief in das innere des galaktischen Bulges schauen kann. Die optische Absorption ist dort nur 2mag. Alle Feldsterne (und auch die Kugelhaufen), die man dort sieht sind ca nur 4Grad (entspricht ohne Projektion) 2000 Lj vom Galaktischen Zentrum (GZ) entfernt. Tatsächlich liegt NGC 6522 auf 90% der Wegstrecke zum GZ (Paper). Man kann also ungewöhnlich tief in das Zentrum der Galaxis schauen, das normalerweise ja hinter starker Absorption (mehrere 10 mag im Optischen) verborgen ist. Baade hat in den 1950er Jahren eine Arbeit über RR Lyr Sterne an diesen KSs gemacht (RR Lyr sind deshalb sog. 'Haufenveränderliche', Entfernungsbestimmung wird analog Delta Cephei gemacht).

    Die beiden KS waren im Newton + 31mm Nagler sofort leicht zu erkennen. Die Umgebung ist trotz Nähe zum GZ gar nicht so extrem sternreich, die Schildwolke z.B. ist viel dichter anzusehen. Ich kann nicht mehr sagen, ob ich Einzelsterne in den beiden KS gesehen habe, werde das aber nochmal checken (-> 2. Nacht :-). (Check: Natürlich KEINE Einzelsterne, diese KHs sind viel zu schwach !)


    Feldgrösse 60'x60', © STScI Digitized Sky Survey

    (2) M22 (GC, Sgr)

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    Östlich des Teekannen-Deckels (Sgr) steht M22, ein KS mit 5.1mag Helligkeit (ca. 15 Grad Horizonthöhe zur Zeit der Beobachtung) . Interessant weil er im direkten Vergleich zu M13 (kurzer Schwenk) kaum schwächer als M13 (5.8mag, ABER: 55Grad Horizonthöhe zur gleichen Zeit) aussah, obwohl ich immer geglaubt hatte M13 sei von uns aus gesehen das Nonplusultra an KS. M22 zeigte in den Naglern 13/9mm tierisch viele Einzelsterne bis ins Zentrum hinein aufgelöst. Ausserdem fällt auf, dass M22 nicht rund ist sondern deutlich elongiert!!! Das kann natürlich ein Effekt sein, der nur von den deutlich sichtbaren, helleren Sternen herrührt (diese sind evtl elliptisch verteilt, während alle Sterne in ihrer Gesamtheit evtl doch kugelsymmetrisch verteilt sind). Es wäre aber ziemlich bewerkenswert weil KS normalerweise kaum elongiert sind. Lediglich Omega Cen ist deutlich elongiert, wobei Omega Cen schon (fast) den Übergang zu elliptischen Galaxien bildet von der Masse her. Die Kugelsymmetrie rührt i.a. von Stern-Stern Stössen her. KS haben normalerweise durchaus Stern-Stern-Stösse und sind deshalb normalerweise streng Kugelsymmetrisch. Bei E-Galaxien dagegen gibt es praktisch keine Stern-Stern-Stösse mehr - deshalb können sich entlang einer Achse die Sterne schneller bewegen als entlang der andern und das System wird elongiert (Anisotropie in der Geschwindigkeitsverteilung und damit in der Sterndichte).


    Feldgrösse 30'x30', © STScI Digitized Sky Survey

    (3) M8-Lagune/M20-Trifid Nebel (Emissions-Nebel) Sgr

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    Die beiden stehen so nahe aneinander, dass ich sie sogar im Teleskop mit dem 31er Nagler in einem Feld sehen konnte. Im Feldstecher sind beide auch auszumachen, wobei M20/Trifid sehr klein ist und nicht deutlich als Nebel in erscheinung tritt. Der M8/Lagunen-Nebel dagegen schon (indirektes Sehen). Lagune ist im Teleskop detailreich und sehr gross mit OIII. Natürlich sieht man ohne weiteres das dunkle Querband (Staub). Trifid (OIII) ist etwas schwieriger, aber selbst bei 'nur' 8 Zoll sieht man doch die Mercedes-Stern-artige 3-Teilung (bei gutem Himmel) schon im 20mm Nagler (45x). Besser sichtbar allerdings höher vergrössert und auch teilweise erst mit indirektem Sehen anwenden. Auch den blauen Reflexionsnebel, der Trifid als Objekt ja so eindruckvoll farbig macht, konnte man sehen, allerdings nur angedeutet (ohne Filter, da kein Linienstrahler). Natürlich sieht man dabei die Farben nicht !


    Feldgrösse 60'x60', © STScI Digitized Sky Survey

    Feldgrösse 60'x60', © STScI Digitized Sky Survey

    (4) Separierte Milchstrassenwolke M24 (Ser/Sgr)

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    Beim Schwenk entlang der galaktischen Ebene gen Norden durch die Milchstrasse stösst man von M8/20 kommend als nächstes auf eine schon mit blossem Auge sichtbare Sternwolke die den schwachen offenen Haufen M24 enthält. Die Sternwolke hebt sich auch mit blossem Auge deutlich als kompakte elongierte Wolke der Milchstrasse isoliert vom Umfeld ab. Noch schöner natürlich im 10x50 Feldstecher (6 Grad Feld). Der enthaltene Sternhaufen M24 ist allerdings schwach.

    (5) Schwanen-Nebel = Omega-Nebel M17 (Ser/Sgr)

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    Der Nebel ist sehr hell, konzentriert und detailreich, was die Beobachtung erleichtert und interessant macht. Die Form ist (selbst ohne Filter schon) sehr charakteristisch, ähnlich der Ziffer Zwei mit verlängertem Basis-Strich, etwa so: '2__'. Die 2 ist wohl der Schwanenhals des schwimmenden Schwans. Der Hals/Haken ist im OIII scharf begrenzt und hat hohe Flächenhelligkeit. Sichtbar ist dies schon im 10x50 ! M17 ist bekannt durch Untersuchungen zur Sternentstehung. Im IR (2.2my) gibt es Aufnahmen aus dem Inneren (im optischen durch starke Absorption verdeckt), die einen neu entstandenen Protostern zeigen mit einer umgebenden Scheibe (...->Planetensystem) und zwar edge-on gesehen - echt wie man es sich typisch vorstellt ! Im optischen hat man allerdings 20mag Absorption ...


    Feldgrösse 60'x60', © STScI Digitized Sky Survey

    (6) Schildwolke und M11 (Sct, nahe Fuss des Adlers)

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    Die Schildwolke ist im 10x50 Feldstecher (und natürlich auch im 31mm Nagler) ein tolles Objekt, dass man sich wirklich mal 10min lang ansehen sollte. Ziemlich beeindruckend die scharfen Aussenbegrenzungen (mit dem Telsekop drüberschwenken !) und die Dunkelgebiete im Inneren, dazu der offene Sternhaufen M11, der im Teleskop mit hoher Vergrösserung toll aussieht: viele etwa gleich helle, schwache Sternen, die zusammen etwa die Figur eines Zimt-Weihnachtssterns ausfüllen (höher vergrössern !). Andere Leute nennen 11 ja auch den den 'Wildentenhaufen', der von der dunklen Struktur im Zentrum herkommen soll (?).


    Feldgrösse ?'x?', © P. Surma

    (7) Dreiteilige Barndard'sche Dunkelwolke B142/143 (DW) - 1.5 Grad westlich Gamma Aql

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    Dreiteilige Barndard'sche Dunkelwolke B142/143 (DW) - 1.5 Grad westlich Gamma Aql Ein Gebiet dichten Staubs in der Milchstrasse, das gar nicht soooo bekannt zu sein scheint (naja 'schwarze Kater im Tunnel' scheinen eben schwer zu finden und wenig spektakulär erstmal :-). Im 6Grad-Feld des 10x50 Feldstechers sieht man die Wolke (Gesamtdurchmesser ca 1 Grad) schon ganz gut: in dichtem Umfeld gibt es eine dunkle Wolke und drei davon ausgehenden (verschieden breiten + langen) 'Fingern' in Richtung Westen. Man sollte zunächst meinen, dass dies (weil sozusagen 'diffus' + gross) ein reines Feldstecherobjekt ist. Tatsächlich ist es besonders in einem Richfield-Teleskop super zu beobachten (der f=900mm Newton mit dem 31mm Nagler - 2.8Grad - ist ideal). Die Struktur der Wolke ist im Teleskop zunächst nicht sofort offensichtlich - insbesondere alle 3 Finger. Die Form wird aber deutlich, wenn man das Teleskop drüber hinweg bewegt - das Auge/Gehirn bemerkt das die sich bewegenden + zusammengehörigen Details viel besser ! Auch höhere Vergrösserung ist durchaus interessant, dann werden die dunklen Löcher noch dunkler und deutlicher, jedenfalls solange man noch ein Feld hat, dass auch das Aussengebiet und damit die Ränder wenigstens teilweise zeigt. Auch hier: drüber wegfahren ist ein super Eindruck ! Im Internet gibt es übrigens (wie ich bei Dioskussion in a.de erfahren habe) den Barnard-Atlas mit Karten/Fotos online unter http://www.library.gatech.edu/about_us/digital/barnard/index.html

    Man hat übrigens manchmal Problem die Dunkelwolke in Atlanten + Programmen zu finden. Hier hilft es, die Gegend einzustellen und dann (ohne die Ausschnittgrösse zu ändern) die Grenzgrösse der Darstellung hochzufahren. Dabei werden die Dunkelwolken durch die Armut an schwachen Sternen sichtbar ! Weitere Bemerkungen zu Dunkelwolken siehe unten bei den Beobachtungen im nördlichen Cyg (8b).


    Feldgrösse 60x60', © STScI Digitized Sky Survey

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    (8) Nordamerika-Nebel (NAN) NGC 7000, Pelikan-Nebel IC 5070 und Umgebung mit Dunkelwolken (Cyg)

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    Nordamerika-Nebel (NAN) NGC 7000, Pelikan-Nebel IC 5070 und Umgebung mit Dunkelwolken (Cyg) Ein Standard-Objekt - dennoch kann man bei guten Bedingungen locker 20min auf den ganzen Details verbringen. Zur Einschätzung der Möglichkeiten und meiner Beobachtung: Cyg stand nahe dem Zenit und war somit optimal beobachtbar!

    (a) Mit blossem Auge ist zwar die helle Sternwolke um den NAN zu erkennnen, den NAN als solchen erkenne ich aber nicht (als Form) muss ich sagen - ich habe das auch - wegen der Nachfragen aus der Yahoo-Group - in der Folgenacht nochmal gecheckt. Der Pelican ist völlig unsichtbar.

    (b) Mit dem Feldstecher (ohne Filter !) gibt es dagegen keinerlei Problem den NAN zu sehen ! Deutlich erkennt man Nordamerika + den Golf von Mexico (der Pelikan daneben ist bestenfalls angedeutet ? - ich habe vergessen danach zu sehen). Der NAN ist rechts und links scharf begrenzt von und eingebettet in von dunkle Gebiete (Dunkelwolken) - insbesondere die östlich Seite mit dem Stern Xi Cyg ist sehr scharf begrenzt. Super im Feldstecher auch die anderen Dunkelwolken (DW), die etwa 5 Grad nördlich beginnen: schwarze 'Schlaglöcher' in der umgebenden Milchstrasse. Es gibt 2 runde DW nebeneinander und auch eine langgestreckte, scharf begrenzte Struktur. Diese DW sind auch deutlicher zu sehen als die Barnard-Wolke. Wieder sieht man hier den Staub, der uns den Blick auf die dahinterliegenden Galaxis-Teile völlig verdeckt (siehe die Bemerkungen oben zu Baade's Window' Barnard'sche Dunkelwolke). Man kann sich fragen, ob solche dunklen Strukturen in der Milchstrasse wirklich notwendigerweise Staubwolken implizieren, oder ob es auch sein könnte, dass die Sternverteilung zufällig so löchrig aussieht. Letzteres ist nicht so sehr wahrscheinlich, denke ich. Denn wir schauen hier sehr genau in die Galaxis-Hauptebene (galaktische Breite 0 bis wenige Grad). Diese hat 100000 Lj Durchmesser (an dieser Stelle vielleicht nur 30000 Lj entlang der Sichtlinie, weil wir bei galaktischer Länge +-90Grad sind etwa) und besteht (wenn kein Gas/Staub vorhanden wäre) nur aus Sternen (also komplett 'durchsichtig'). Nun wäre es statistisch ziemlich erstaunlich, dass es da - bei all dieser Duchsichtigkeit - entlang dieser 30000 Lj angefüllt mit Sternen solche riesig langen + scharf begrenzten 'rohrartigen Löcher' in der Sternverteilung gibt (und diese zeigen mit Ihren Längsachsen auch noch auf uns zu). Insofern denke ich an Dunkelwolken kommt man i.a. nicht vorbei. Im Einzelfall will ich mich nicht festlegen, weil ich es nicht genau nachgesehen habe. In jedem speziellen Fall könnte man im fernen IR nachsehen, wo man durch den Staub hindurch wieder die Sterne (dahinter) sehen könnte. Dadurch wäre das im Einzelfall nachprüfbar. Aber es ist ja bekannt, dass es überall Staub-, Gas- und Dunkelwolken in der Milchstrassenebene gibt. Sicher kann man auch im Radiobereich sie Gas-verteilung ansehen und diese ist oft mit dem Staub assoziiert. Oder man schaut nach Staubemission direkt. Könnte man sicher alles in der Literatur en detail nachschauen von Fall zu Fall, aber deshalb fange ich hier diskussionsmässig nicht wieder die Krikkit-Kriege an (und die haben ja bekanntlich auch mit Dunkelwolken zu tun :-) ...

    (c) Mit dem Teleskop (OIII) braucht der NAN zur Übersicht unbedingt ein Feld von >2 Grad. Der ganze Nebel ist mit OIII im Nagler 31mm SEHR deutlich abgegrenzt zu sehen- wirklich wie ein Foto !!! Der Anblick ist nur als KNALLIG zu bezeichnen ! Strukturen im Nebel sind zu sehen, hellere dunklere Stellen (Südspitze + Knie am Golf von Mexico), Einbuchtungen... Bei so viel Detail kann man sich auch locker an den Pelikan wagen. Dieser ist deutlich (!) schwächer und weniger dicht als der NAN, aber dennoch zeigt er Details: Dabei geht man am besten von den Augen des Pelikan aus. In der Lücke zwischen NAN + Pelikan steht ein Sternpaar mit einem relativ hellen Stern (57 Cyg = 4.7m hell). 13 arcmin WNW davon stehen zwei deutlich schwächere Sternchen 9. Grösse - dies sind die Augen des Pelikan! Er hat allerdings eine etwas runtergerutschte Sonnenbrille auf. Diese Sonnenbrille oder Augenlöcher zu sehen gelang mir allerdings nicht. Ausgehend von den Augen sieht man aber deutlich den vom Körper getrennten + diagonal verlaufenden Schnabel. NW der Augensterne zeigt sich auch (besonders hell) der helle höckerartige Kopf + Hinterkopf. Der Unterkörper läuft in 2 Fetzen nach Süden aus.


    Feldgrösse ?'x?', © P. Surma

    (9) Cirrus-Komplex NGC 6960, 6992/6995=W und 'Pickerings Triangular Wisp' (SNR, Cyg)

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    Der Blick mit dem 10x50 Fujinon Feldstecher (ohne Filter) zeigt erstaunlicherweise schon beide Cirrus-Bögen (aber nicht den schwachen Mittelteil PTW !). Schön daran, dass der O-Bogen so transparent zwischen den Sternen schwebt, obwohl er gut zu erkennen ist. Der W-Bogen (um 52 Cyg, manchmal 'Sturmvogel' genannt) ist nur vage erkennbar, schon allein, weil 52 Cyg den schwachen Nebel etwas überstrahlt. Interessant ist aber, dass im Feldstecher (6.5Grad Feld) die Sterndichte westlich von 52 Cyg (dünner W-Bogen) deutlich geringer ist. Dies im Teleskop zu sehen ist wegen der geringen Feldgrösse eigentlich unmöglich (man müsste die Sterndichte zählen). Durch die grosse Übersicht im FS wird dies aber schön sichtbar ! Der Grund für dieses Phänomen ist mir unklar, ich habe aber schon Berichte davon gehört, es ist also real.

    Im Teleskop ist der gesamte O+W-Teil des Cirrus komplett im Feld mit dem 31mm Nagler. In der Mitte erkennbar auch PTW, wenn auch deutlich schwächer als die Hauptbögen aussen. Es gibt viele Details - die aber heb ich mir auf für ein andermal ! [==> siehe den späteren Beobachtungsbericht vom 04.09.2005 vom HEHO/Südschwarzwald bei noch besseren Bedingungen] v


    Feldgrösse ?'x?', © P. Surma

    (10) Crescent NGC 6888 (Neb, Cyg)

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    Nur ein kurzer Blick als Test. In der Mitte des Cyg-Körpers ist der Crescent mit dem Teleskop vermeintlich schon ganz schwach ohne Filter zu sehen, gut sichtbar jedoch mit OIII ! Er erscheint bogenartig mit den eingelagerten Sternen, dennoch aber insgesamt ein relativ schwacher Nebel (verglichen mit den anderen Objekten heute nacht).


    Feldgrösse 30'x30', © STScI Digitized Sky Survey

    (11) California-Nebel (NGC 1499, Neb, Per)

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    Immer wieder ein Kampf den California gut zu erkennen. Er ist kein einfaches Objekt. Selbst mit dem dafür (+ Pferdekopf) angeschafften HBeta Filter ist er nur sehr sehr schwach zu sehen. Ich hatte ihn schon besser gesehen, aber leider macht sich schon Die Beeinflussung durch den kommenden Mond bemerkbar und er Himmel wird heller. DSelbst das Linienfilter hilft da nicht wirklich viel (erstaunlicherweise). Ausserdem stand California zum Zeitpunkt der Beobachtung noch nicht hoch genug über Horizont ! Details auch mal später bei besseren Bedingungen [==> siehe den späteren Beobachtungsbericht vom 04.09.2005 vom HEHO bei noch besseren Bedingungen]


    Feldgrösse 60'x60', © STScI Digitized Sky Survey

    (12) Helix Nebel NGC 7293 (PN, Aqr)

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    Wieder nur eine Testbeobachtung.
    1. Nacht: Zwar getestet aber erst spät bei Mondbeeinflussung, auch mit Filter sehr schwach + mau !
    2. Nacht: ohne Mond - deutlich besser sichtbar, zentrales Loch und die Ausfaserung entlang der Ost/West-Achse (schärfer begrenzt in N/S Richtung) ist im Teleskop sichtbar. Einige eingelagerte Sterne, der Zentralstern (mag ?) wurde nicht gesucht.


    Feldgrösse 30x30', © STScI Digitized Sky Survey

    (13) My Cep Nebel - IC 1396 (Cep)

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    Ein neuer Versuch. Zwar ist eine Wolke aus Sternen zu sehen, aber kein Nebel ist auszumachen (ohneFilter, HBeta, OIII). Die Feldgrösse sollte gerade so ausreichen... (+ Schwenk). Bei besseren Bedinmgungen nochmal...

    (14) PacMan-Nebel um NGC 281 (Neb, Cas)

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    Kurzer Blick auf den PacMan-Nebel. Er ist schon im Feldstecher zu sehen, im Teleskop mit OIII deutlich !


    Feldgrösse 45'x45', © STScI Digitized Sky Survey

Beobachtungen - 2. Nacht

    Die zweite Nacht am 30.9. war marginal schlechter. Die Himmelshelligkeit schwankte erkennbar, selbst spät in der Nacht noch - der Grund war nicht klar. Günstig am 2. Abend war, dass der Mond ca 1h später aufging und damit die nutzbare Zeit deutlich verlängert war. Die Grenzgrösse lag bei 6.0mag im Norden (UMi, bzw Nordwesten ist durch Rheintal etwas aufgehellt). Im Süden bzw im Zenit dürfte sie knapp darüber gelegen haben. Die Durchsicht war aber - wie schon gestern - bis zum Südhorizont hinunter hervorragend !

    (15) Milchstrassen-Schwenk im Feldstecher

    In dieser Nacht wurden einige Objekte aus der Vornacht nochmal beobachtet - insbesondere auch nochmal die südliche Milchstrasse mit all ihren Details - besonders zwischen Sgr und Aql. Mit dem 10x50 Fujinon auf Stativ schwenkte ich nochmal vom Milchstrassen Zentrum im Sgr aufwärts.
    • Beeindruckend die Sternwolke M24, die sich auch mit blossem Auge deutlich als kompakte elongierte Wolke der Milchstrasse isoliert vom Umfeld abhebt.
    • In der 'Schildwolke' im südlich des Adlers zeigen sich in der Nähe des Sternhaufens XX schöne Strukturen von hellen und dunklen Wolken. Auch die Kanten der Schildwolke sind ziemlich deutlich abgesetzt und keineswegs fliessend.
    • Auch im Fujinon ist Barndards Dunkelwolke sichtbar. Verglichen mit den Dunkelwolken im Cyg (Zenit) allerdings schon etwas schwieriger zu sehen.
    • Auch der westliche Milchstarssen-Arm des Cyg/Aql-Gebiets wurde abgeschwenkt. Hier gibt es allerings kaum prominente Strukturen + Sternhaufen.
    • Eingehend sah ich mir die Dunkelwolken-Komplexe um den Nordamerikanebel und direkt nördlich anschliessend davon an.



    Feldgrösse ?'x?', © P. Surma

    (16) M31 und Kugelhaufen G1 = Mayall II (And)

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    Sicherlich ist Andromeda M31 ein Standardobjekt. Dennoch gab es auch hier einiges zu sehen. Man muss sich nur die Zeit nehmen, sich spezielles Kartenmaterial besorgen und sich etwas einlesen. Im 31mm Nagler ist Andromeda ein Riesenobjekt, die 2.8 Grad Gesichtsfeld füllt es schon beim ersten Hinsehen zu mehr als einem Drittel (also >1 Grad Durchmesser). Im Feldstecher 10x50 (ca 7 Grad Feld) hätte ich vorneweg etwa 1/5 geschätzt, also auch etwas mehr als 1 Grad. Natürlich hat M31 zuerst einmal gar keine 'Grenzen', die Scheibe wird nach aussen einfach immer schwächer (Gezeiteneffekte + Wechselwirkungs-Effekte, die die Scheibe abschneiden können mal aussen vorgelassen). Bestenfalls wenn man eine gewissen Grenze an Flächenhelligkeit vorgibt, könnte man 'exakt' sagen, bei diesem FH-Limit sei M31 soundso gross (genau das tut man üblicherweise auch bei Grössenangaben von Galaxien, sie beziehen sich immer auf ein FH-Limit in einer bestimmten Farbe, z.B. 25 mag/arcsec**2 B-mag).

    Abgesehen davon kann man auch bei grossen Distanzen vom Zentrum einiges zu M31 Gehörige visuell sehen. Dazu war das 20mm Nagler ideal, wegen der besseren Vergrösserung und der besser angepassten AP von 4.5mm.

    (a) Das visuelle Bild von M31 im 20mm Nagler im Newton war wirklich fantastisch und fast wie ein Foto, so deutlich anzusehen. Gleichzeitig hatte es aber dieses Vage, das man nur beim visuellen Betrachten hat. Der prominente Staubstreifen scheint vor der transparenten Scheibe zu schweben. Manche Fotos belichten diesen Bereich total über, weil man möglichst tief kommen will. Dem visuellen Eindruck entspricht es aber eher, wenn die Scheibe durchscheinend transparent bleibt, finde ich.

    (b) Auf der langen Achse entlang der Scheibe Richtung Südwest liegt eine grosse Sternwolke von M31, die auf Fotos deutlich sichtbar ist (PA=220Grad entlang des SW-Teils der Scheibe, 40arcmin vom Zentrum): NGC 206. Im Teleskop ist die normale Scheibe dort schon kaum mehr sichtbar - sie scheint zu Ende, dann plötzlich taucht weiter aussen wieder diese Wolke auf. Tatsächlich zeigen tiefe Aufnahmen natürlich, dass die Scheibe von M31 entsprechend weit hinausreicht, sogar nochmals weiter als die Sternwolke. Daran kann man sehen wie viel durch CCD/Foto doch erst sichtbar gemacht wird, was visuell - mangels Licht und mangels Kontrast - nicht (so leicht) zu sehen ist. Im 20mm Nagler hatte ich sogar den Eindruck die Wolke habe etwas Struktur, aber das mag eine Täuschung gewesen sein. Selbst Überriesen mit M=-8mag erreichen in der Entfernung von M31 (m-M) = 25 nur scheinbare Helligkeiten von 17mag ! Die Einzelsterne von M31 sind visuell also NICHT mit dem Newton sichtbar. Dennoch können das natürlich zusammenballungen von Sternen sein, z.B. junge, offene Sternhaufen mit vielen heissen/hellen OB-Sternen. Dies wäre für eine Wolke in M31 nicht ungewöhnlich. Dafür braucht es wirklich aber ein grösseres Teleskop !


    Feldgrösse ?'x?', © P. Surma


    (c) Einzelsterne in M31 sind zu schwach zur visuellen Beobachtung. Anders steht es mit Kugelhaufen (KH). Die KH der Galaxis haben typischerweise Absoluthelligkeiten von -6m bis -8m, der riesige Omega Cen hat eher als Ausnahmeobjekt -10.7m. Ein Omega Cen in M31 hätte also etwa 15mag scheinbare Helligkeit. Tatsächlich kann man in M31 aber schon relativ leicht einen der KH sehen. Dieser muss allerdings noch um einiges grösser als Omega Cen sein (13.7m). In SuW (Ausgabe ???) gab es eine Aufsuchkarte zu diesem Haufen (allerdings ist dort ein Vordergrundstern irrtümlich als M32 tituliert - peinlich für SuW!). Allerdings liegt dieser KH DEUTLICH ausserhalb der M31-Scheibe, selbst wenn man eine tief belichtete Aufnahme zum Vergleich nimmt. Nach einigem Starhopping findet man den (auf der Karte als solchen identifizierten) KH im Newton ohne weiteres. Die Helligkeit ist erstaunlich gross, er ist deutlich sichtbar im Newton (ca 2 mag über Grenzgrösse, schätze ich - das wären dann 15.7 Grenzgrösse ????) Das Objekt war im Teleskop von einem Stern absolut nicht zu unterscheiden, man musste sich also auf die Identifikation verlassen und genau wissen welcher Punkt es ist ! Mit dem 31 Nagler sieht man nicht alle Aufsuchsterne genau genug, deshalb muss man schon höher Vergrössern. Am Schluss verwendete ich das 9mm Nagler (100x). Dennoch kein Anzeichen von Flächigkeit. Wenn man bedenkt dass KH Durchmesser von typisch 2-300 LJ haben, dann müsste ein KH ca 20arcsec Durchmesser haben. Es erstaunt also, dass es ein Punkt bleibt. Vielleicht ist detr Haufen stark gepeakt und man sieht nur den innersten, hellen Kern ?

    [Anmerkung im Nachhinein: Diese Identifikation des KH G1=Mayall II in SuW erscheint im Nachhinein sehr zweifelhaft !? Der KH sollte Ausdehnung haben. - DIE BEOBACHTUNG IST ZU CHECKEN ! Tatsächlich stimmt die in SuW eingezeichnete Identifizierung NICHT mit der Identifizierung in Guide8 überein. Auch die Helligkeit erscheint mir zu hoch für 13.7mag. ==> siehe den späteren Beobachtungsbericht vom 04.09.2005 vom HEHO bei noch besseren Bedingungen: der KH in SuW ist FALSCH Identifiziert !]


    Feldgrösse 20'x20', © STScI Digitized Sky Survey


    Hier ein Hubble-Bild von G1 mit zwei sehr eng benachbarten Sternen (nicht in Guide enthalten): http://hubblesite.org/newscenter/newsdesk/archive/releases/1996/11/

    (d) Ferne Begleiter von M31 in grösserer Winkeldistanz: NGC 147/185 (And) Als nächstes folgten die beiden fernen Begleiter von M31 in 7.3Grad Winkeldistanz (nördlich): NGC 185 (10.3m) war noch relativ einfach auszumachen und erschien deutlich heller + konzentrierter (E-Galaxie). N147 (10.4m) ist viel diffuser und damit deutlich schwieriger zu sehen - am besten zu entdecken, wenn man das Teleskop hin- und herbewegt. Am schönsten waren beide sichtbar im 20mm Nagler bei moderater Vergrösserung (45x). Die Zusammengehörigkeit zu M31 muss ich nochmal checken (Rotverschiebung, Gruppenzugehörigkeit).

    [Anmerkung: NGC 147/185 (And) sind tatsächlich physikalische Begleiter von Andromeda, sie werden zur Lokalen Gruppe gezählt sowohl was Entfernung als auch Relativgeschwindigkeit anbetrifft (siehe z.B. bei Wikipedia)]

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    (17) M16 Adlernebel (Ser/Sgr)

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    Beim Schwenk übder die Milchstrasse findet man den Adler-Nebel M16 im Feldstecher nur ca 2.5 Grad oberhalb von M17. Der Nebel ist deutlich weniger spektakulär als M17, weil die Flächenhelligkeit geringer ist und weniger deutliche Strukturen sichtbar sind. Im Teleskop sieht man mit OIII Filter die T-förmige Struktur, allerdings vergleichsweise wenig weitere Details.


    Feldgrösse 60'x60', © STScI Digitized Sky Survey

    (18) California-Nebel (NGC 1499, Neb, Per)

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    Nur mit maximalem Gesichtsfeld Nagler 31mm auszumachen. Gross + schwach - selbst mit HBeta-Filter. Bei Bewegung des Teleskops deutlich sichtbar. Augen- oder Mandel artige Form, Mitte dick, zu den Seiten spitz zulaufend. Eingelagerte Sterne, Detailbeobachtung wäre wohl machbar mit Nagler 20mm + gutem/noch besseren Himmel. Warten auf Winter wegen höherer Stellung am Himmel !

    (19) Dunkelwolken im nördlichen Cyg

    Ich studiere nochmal genauer die Dunkelwolken in Cyg nördlich des NAN = NGC7000. Runde + lange + abgegrenzte Formen. Deutlich einfacher zu sehen als Barnards Dunkelwolke in Aql. Beschreibungen siehe oben unter (7b).

    (20) Stephan's Quintett NGC 7317, 7318A, 7318B, 7319 + 7320C = Hickson 92 (Gx-Gruppe, Peg)

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    Ausgehend vom Pegasus-Quadrat oben rechts ist NGC 7331 wegen seiner Helligkeit noch relativ leicht zu finden. Von dort beginnt die eigentlich Pirsch auf Stephans Quintett. Selbst bei höchster Vergrösserung (100x, 9mm Nagler) its es nur schwach erkennbar. Bei indirektem Sehen nehme ich eine T-artige Struktur von Helligkeit wahr mit Knoten darin. Es fehlt an Öffnung + Vergrösserung, 12" würden wahrscheinlich einiges verbessern (bei gleichem Himmel). Andererseits habe ich in LAHA bei (dort) guten Bedingungen mit dem C11 nicht mehr gesehen !
    Link zu Weiteren Infos zum Stephan's Quintett


    Feldgrösse 15'x15', © STScI Digitized Sky Survey

    (21) NGC 891 - (Gx, And)

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    Etwa auf dem ersten Drittel zwischen dem Andromeda-End-Stern + Algol (Beta Per). NGC 891 ist schwach, aber schön elongiert wie die Nadel N4565, nur nicht so scharf ! Grenzwertig schwach zu sehen (?) die Andeutung des Staubstreifens. Selbst im Nagler 31mm sehr schwach + hohe Vergrösserung ist nötig ! Im Feldstecher nicht zu sehen.


    Feldgrösse 15'x15', © STScI Digitized Sky Survey

    (22) NGC 246 (PN, Cet)

    CrossRef
                           
    Ein PN mit 8m und 12m Zentralstern. Sichtbar aber ohne tolle Details (kann mich leider nicht mehr gut erinnern).


    Feldgrösse 30'x30', © STScI Digitized Sky Survey

    (23) NGC 253 - (Gx, Sculptor)

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    Sehr eindrucksvoll grosse Galaxie, aber bei sehr niedriger Deklination. Dennoch war sie sowohl im FS als auch im Teleskop gut auffindbar. Die Galaxie scheint eine Sc Spirale in relativ flacher Aufsicht zu sein. Es waren bei höchster Vergrösserung fleckige Strukturen angedeutet, allerdings nur indirekt mit letzter Kraft. NGC 253 stand sehr sehr tief (nur 11Grad über dem Südhorizont, vor der Kulmination), so dass man das Objekt unbedingt nochmal in der Kulmination beobachten sollte ! Nur wegen der guten Trasparenz am Süd-Horizont war dieses Objekt heute um diese Uhrzeit machbar.


    Feldgrösse 60'x60', © STScI Digitized Sky Survey

    (24) Mars

    Abschliessend ein angeekelt geblendeter Blick auf den Mars :-). Naja die Nachbarschaft...


Appendix

    Feldstecher Fujinon 10x50 - eine erste Bewertung

    Auch wenn die opt. Qualität eines Feldstechers im Einzelfall vielleicht zu beanstanden ist, muss ich sagen, dass ich selbst mit dem danebenstehenden 8-Zöller gerne + oft den Himmel (zumindest als Einstieg) mit dem 10x50 durchsehe. Man entdeckt Objekte, die man dann erst gezielt mit dem T ansteuert. Man hat die Übersicht. Die Milchstrasse entlang zu wandern ist fantastisch (bei gutem Himmel). Deep-Sky-Objekte bis 8-9mag sieht man fast immer. Hilfreich für Orientierung + Aufsuchen - wird deutlich einfacher.

    Schnelle Verifizierung, um welches Objekt es sich handelt, wenn man etwas unbekanntes sieht, (z.B. Abfahren der Milchstrasse).

    Ein FS ist also auf jeden Fall wichtig + SEHR sinnvolle Ergänzung zu einem Teleskop dazu. 10x50 lässt sich gerade noch in der Hand halten. Allerdings ist nur bei Weitfeld-Okularen (6Grad und mehr) die Orientierung leicht. Bei kleinerem Gesichtsfeld wird es schwierig ! Beobachtungen im Zenit sind auch mit Stativ eine Qual (Genickschmerzen), so dass man daür (1) sich einen Feldstecher mit ZP holt, oder aber sich auf den Boden legt un d beobachtet. Das ist auch relativ stabil und das Halten aus der Hand ist auch für längere Zeit kein sehr grosses Problem.

    Der Fujinon ist nicht schlecht aber nicht perfekt. Bessere Geräte kosten aber ein Mehrfaches ! Am Rande werden die Stern unschärfer. Ohne Stativ ist es aber schwer wirklich genau scharfzustellen !!! Der Stativadapter (gekauft oder selbst gemacht) ist also ein MUSS !

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Version: 16.06.2008
© 2008 by P. Surma